Mensch bewirbt sich auf Trendberuf

Trendberufe: 12 Berufe mit guten Zukunftsaussichten

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Was soll ich beruflich machen? Das fragen sich nicht nur Schulabgänger, sondern immer häufiger auch Arbeitnehmer, die eine andere Richtung einschlagen möchten. Natürlich sollten Sie bei der Berufswahl in erster Linie danach gehen, was Sie interessiert und was Ihnen liegt. Bestimmte Berufe sind aber schon deshalb eine Überlegung wert, weil es eine starke Nachfrage nach Fachkräften gibt. Was sind die aktuellen Trendberufe – und welche Jobs haben Zukunft? Wir Ihnen, welche Richtung sich 2020 besonders lohnt.

Berufe mit Zukunft: Wovon die Zukunftsfähigkeit von Berufen abhängt

Welcher Beruf ist der richtige für mich? Diese Frage stellen sich einerseits junge Menschen, die dem Ende ihrer Schulzeit entgegensehen und noch nicht sicher sind, was sie beruflich machen möchten. Andere haben längst einen Beruf ergriffen, sind aber nicht mehr zufrieden in ihrem Job und überlegen, noch einmal etwas anderes zu machen. Wie aber findet man etwas, das zu einem passt? Zu den wichtigsten Kriterien für die Berufswahl gehören das persönliche Interesse, aber auch Talente und Fähigkeiten.

Wie die Jobaussichten in einem bestimmten Beruf sind, sollten Sie bei Ihrer Entscheidung ebenfalls nicht außer Acht lassen. Im Jahr 2020 eine Karriere im Bergbau beginnen zu wollen, ist in Zeiten des Kohleausstiegs nicht empfehlenswert. Auch bei vielen Banken stehen die Zeichen auf Stellenab- statt Stellenaufbau. Eher mäßig läuft es auch in der Automobilindustrie, in der durch die E-Wende ebenfalls ein Stellenabbau droht oder bereits im Gange ist. Das gilt nicht nur für Automobilhersteller, sondern auch für Zulieferer. Wenig zukunftsträchtig sind unter anderem Jobs wie Drucktechniker, Archivar, Versicherungsvertreter oder Anlagenbediener.

Zwei Entwicklungen beeinflussen besonders stark, welche Berufe im Trend liegen und welche weniger gefragt oder gar vom Aussterben bedroht sind: die fortschreitende Digitalisierung und der Klimawandel, der eine ökologische Transformation erforderlich macht. Neue technische Entwicklungen verändern Arbeitsweisen – sie machen manche Jobs überflüssig, schaffen auf der anderen Seite aber auch Bedarf für neue Jobs.

Manche Jobs sind derzeit besonders gefragt. Im Folgenden stellen wir Ihnen einige Berufe mit Zukunft vor. Die Nachfrage nach erfahrenen Fachkräften, aber auch Auszubildenden und Berufseinsteigern, ist in diesen Bereichen hoch. Oft werden Trendberufe auch besonders gut bezahlt, obwohl es unter den Berufen mit guten Zukunftsaussichten auch solche gibt, die gehaltstechnisch am unteren Spektrum angesiedelt sind.

1. IT-Berater

Der Digitalisierung sei Dank: IT-Experten können sich über eine große Nachfrage am Arbeitsmarkt freuen. Wer sich mit den diversen Facetten der Informations- und Datenverarbeitung auskennt, hat nicht nur beste Chancen, rasch einen Job zu finden, sondern wird oft auch besonders gut bezahlt. Ein besonders großer Bedarf besteht an IT-Beratern. Sie beraten Unternehmen in Hinblick auf ihre digitalen Möglichkeiten, meist im Rahmen von Projekten.

Als IT-Berater sind Sie viel unterwegs und seltener an Ihrem eigenen Schreibtisch als im Büro des Kunden. Es gehört zu Ihrem Job, IT-Projekte zu planen und das Unternehmen in der Umsetzung zu begleiten. Manchmal geht es dabei um die komplette IT-Infrastruktur der Firma, in anderen Fällen um die Einführung einer neuen Software. Bedarf an IT-Experten und IT-Beratern besteht in allen Branchen, was zu abwechslungsreichen Tätigkeiten und einer guten Auftragslage führt. Weil viele IT-Stellen unbesetzt sind, haben Sie auch als Berufseinsteiger nach dem Studium oder einer Ausbildung prinzipiell sehr gute Aussichten.

2. App-Entwickler und Software-Entwickler

Zu den Berufen mit Zukunft gehören auch der App-Entwickler und der Software-Entwickler. Ständig neue technische Entwicklungen und eine große Nachfrage nach Apps und Software führen dazu, dass einem Entwickler die Arbeit wohl so schnell nicht ausgehen wird. Besonders die Nachfrage nach Experten für mobile Apps steigt. Auch Freiberufler haben gute Chancen, denn der mögliche Stundenlohn für ihre Arbeit ist hoch.

Spezialisten für mobile Apps und Software können nicht nur als Entwickler arbeiten, sondern flexibel auch als Berater, Trainer oder in der Qualitätssicherung. Viele App-Entwickler und Software-Entwickler arbeiten selbstständig, allerdings gibt es auch zahlreiche festangestellte Jobs in diesem Bereich. Wer als App- oder Software-Entwickler tätig ist, muss nicht nur Ahnung der jeweils relevanten Programmiersprachen haben, sondern auch mit Kunden umgehen können. Diese geben schließlich vor, welche Kriterien bei der Software- oder App-Entwicklung erfüllt werden müssen. Beratung ist deshalb ein wichtiger Aspekt dieser Berufe.

3. Elektroingenieur

Zu den Jobs mit Zukunft gehören auch der Elektroniker und der Elektroingenieur. Elektrofirmen haben vielerorts volle Auftragsbücher, gleichzeitig mangelt es aber am Nachwuchs und an Mitarbeitern. Oft gibt es zu wenig Auszubildende oder Fachkräfte. Das sorgt für beste Chancen für erfahrene Elektroniker und Elektroingenieure, aber auch für Berufsanfänger. Elektroingenieure sind in besonderem Maße gefragt. Das liegt auch daran, dass die Abbruchquote in Elektrotechnik-Studiengängen hoch ist.

Es ist absehbar, dass die Nachfrage nach Elektroingenieuren in Zukunft durch die weitere Entwicklung der Digitalisierung und immer „smarterer“ Geräte weiter steigen wird. Auch in der Automobilindustrie sind Elektroingenieure im Rahmen der (Weiter-)Entwicklung von Elektroautos gefragt.

4. Data Scientist und Data Artist

Daten werden in unserer Zeit immer bedeutsamer – und damit auch Menschen, die Daten analysieren und aufbereiten können. Tätigkeiten als Data Scientist und Data Artist sind damit Jobs mit Zukunft. Für praktisch jedes größere Unternehmen sind Daten verschiedenster Art relevant, zum Beispiel über Kundenverhalten oder interne Abläufe. Dabei kommt es darauf an, auch größere Mengen an Daten treffsicher auszuwerten und daraus Schlüsse zu ziehen.

Data Scientists sind häufig Informatiker, Mathematiker oder Wirtschaftswissenschaftler, die sich entsprechend spezialisiert haben. Data Scientists befassen sich nicht nur mit der Auswertung der Daten, sondern beraten auch das Management strategisch. Mit den durch Big-Data-Experten gewonnenen Erkenntnissen können zum Beispiel Abläufe optimiert oder Kunden besser angesprochen werden. Data Artists unterscheiden sich von Data Scientists durch ihren Fokus auf die visuelle Aufbereitung von großen Datenmengen. Das dient der Veranschaulichung und macht die Erkenntnisse leichter greifbar. Verantwortlichen fällt es dadurch leichter, auf Basis der Daten Entscheidungen zu treffen.

5. Umwelttechniker

Auch der Umwelttechniker ist ein Job mit Zukunft. Umwelttechniker prüfen unter anderem die Qualität von Luft, Boden und Wasser, entwickeln Technologien zum Schutz der Umwelt oder befassen sich mit einer umweltfreundlichen Energieversorgung. Sie führen je nach Schwerpunkt und Arbeitgeber nicht nur Messungen durch, sondern beraten auch Firmen und öffentliche Auftraggeber, zum Beispiel in Hinblick auf Energieeinsparpotenzial, Lärmschutz oder Emissionen. Auch die umweltfreundliche Entsorgung ist ein wichtiger Aspekt der Umwelttechnik.

Zu den möglichen Tätigkeiten eines Umwelttechnikers gehören die Planung von Bauprojekten, Beratung, Verkauf, Stadtplanung und Management. Die Perspektiven in diesem Beruf sind durch die ökologische Transformation und ein steigendes Umweltbewusstsein vieler Menschen und Firmen sehr gut.

6. CSR-Manager

Ebenfalls gut stehen die Zukunftsaussichten für CSR-Manager. Die Abkürzung CSR steht für Corporate Social Responsibility und betrifft damit die soziale Verantwortung von Unternehmen. Dieses Thema ist in den vergangenen Jahren immer bedeutsamer geworden und wird in seiner Bedeutung wohl eher noch steigen. Das liegt daran, dass für viele Verbraucher und damit auch für Unternehmen Nachhaltigkeit eine größere Rolle spielt als noch vor einigen Jahrzehnten. Es geht bei CSR darum, wie Unternehmen nachhaltiger agieren können – zum Beispiel durch bestimmte soziale und ökologische Standards, aber auch bestimmte Projekte oder Aktionen. Der Trendberuf CSR-Manager spiegelt die Tatsache wider, dass Unternehmen ihr Image durch „gute Taten“ verbessern können.

7. Erzieher

Der Bedarf an Erziehern ist in vielen Bereichen Deutschlands hoch. Es ist davon auszugehen, dass die Nachfrage an Fachkräften weiter steigen wird. Vielerorts fehlen Kita-Plätze, weil es zu wenig Einrichtungen und Erzieher gibt, zudem steigt die Nachfrage nach Ganztagesbetreuung. Auch der oft zu hohe Betreuungsschlüssel, also das Verhältnis von Erziehern zu betreuten Kindern, sorgt für einen zusätzlichen Bedarf an Arbeitskräften. Als Erzieher haben Sie also sehr gute Jobaussichten. Viele Bundesländer haben die Hürden für eine Tätigkeit als Erzieher gesenkt, was für Quereinsteiger interessant sein könnte.

8. Altenpfleger und Krankenpfleger

In der Pflege gibt es schon seit Jahren einen Fachkräftemangel. Um die offenen Stellen zu besetzen, gibt es vielerorts nicht genügend Bewerber. Das dürfte sich so schnell nicht ändern, was auch daran liegt, dass Pflegekräfte oft schlecht bezahlt werden und eine hohe Arbeitsbelastung haben.

Gesucht werden deutschlandweit nicht nur Pflegefachkräfte und Altenpflegehelfer, sondern auch Krankenpfleger. In Krankenhäusern ist der Mangel etwas weniger gravierend, sorgt aber dennoch dafür, dass viele freie Stellen nicht oder erst nach längerer Zeit besetzt werden können. Für Bewerber stehen die Chancen entsprechend gut, nicht nur schnell einen Job zu finden, sondern sich auch zwischen verschiedenen Einrichtungen entscheiden zu können.

9. E-Commerce-Manager und M-Commerce-Manager

E-Commerce, also der Online-Handel, boomt. Immer mehr Menschen kaufen Kleidung, Elektronik, Möbel und Lebensmittel online. Das wird sich wohl auch künftig nicht ändern – und macht den E-Commerce-Manager zu einem Trendberuf 2020. E-Commerce-Manager entwickeln Strategien für die Verkaufsförderung und Kundengewinnung. Dafür analysieren sie das Verhalten der (potenziellen) Kunden bei einem Besuch der Website und andere wichtige Kennzahlen. Daraus werden dann etwa Produktempfehlungen abgeleitet und bestehende Strategien überprüft.

Eng verwandt mit E-Commerce-Managern sind M-Commerce-Manager. Sie nehmen das Kaufverhalten von Kunden an mobilen Endgeräten in den Blick. Wie unterscheidet sich das Kaufverhalten, wenn Kunden mit dem Handy oder Tablet surfen, im Vergleich zum Kaufverhalten am Computer? Wer in diesen Bereich einsteigen möchte, hat mit entsprechenden Qualifikationen sehr gute Aussichten.

10. Medizinischer Fachangestellter

Medizinische Fachangestellte (MFA) arbeiten in Arztpraxen, in Krankenhäusern und Reha-Zentren oder bei ambulanten Pflegediensten. Sie unterstützen die Ärzte durch Verwaltungstätigkeiten und Dokumentation und nehmen ihnen therapeutische Aufgaben wie das Wechseln von Verbänden oder Blutabnahmen ab. Sie sind oft der erste Ansprechpartner für Patienten und beraten diese. Außerdem organisieren sie den Praxisablauf, bereiten Behandlungsräume vor und stellen Rezepte aus.

In vielen Praxen mangelt es an Bewerbern und damit an Mitarbeitern, was zu einer höheren Arbeitsbelastung der Ärzte und längeren Wartezeiten für Patienten führen kann. Der Mangel an qualifizierten MFAs nimmt in vielen Bereichen zu, weshalb auch dieser Beruf zu den Jobs mit Zukunft gehört. Auch Quereinsteiger, die aus einem ähnlichen Bereich stammen, haben vielerorts gute Chancen auf eine Jobzusage.

11. Lehrer

In Deutschland gibt es zu wenig Lehrer. Das ist seit Jahren bekannt, und obwohl die Politik gegensteuert, können nach wie vor zu Beginn jedes Schuljahrs Tausende Stellen nicht besetzt werden. Deshalb ist auch der Beruf Lehrer ein Trendberuf mit grundsätzlich guten Aussichten. Gute Aussichten haben auch Quereinsteiger mit entsprechenden fachlichen Kenntnissen. Oft werden sie nicht nur zeitweise eingestellt, sondern erhalten früher oder später eine Festanstellung.

Allerdings ist der Lehrermangel nicht in jedem Bereich gleich groß. Während es an Lehrern für Berufsschulen und die Sekundarstufe I, also Haupt- und Realschulen, mangelt, gibt es ein Überangebot an Gymnasiallehrern. Es hängt auch vom Fach beziehungsweise der Fächerkombination ab, wie groß die Nachfrage ist. Gebietsweise zu viele Lehrer gibt es bei Fächern wie Deutsch, Englisch, Geschichte oder Biologie, während Physik-, Informatik-, Musik- oder Religionslehrer bessere Chancen haben. Wenn Sie überlegen, auf Lehramt zu studieren, sollten Sie genau prüfen, wie die Lage an Ihrem Wohnort, bei der angestrebten Fächerkombination und bei den unterschiedlichen Schulformen ist.

12. KI-Entwickler

Die Künstliche Intelligenz, kurz KI oder AI für die englische Bezeichnung Artificial Intelligence, ist ein Teilgebiet der Informatik, bei dem es darum geht, intelligente Maschinen zu entwickeln. Dazu gehört das Maschinelle Lernen ebenso wie die Maschinelle Intelligenz. KI-Entwickler entwickeln Algorithmen für Künstliche Intelligenz, analysieren Daten, die durch KI generiert wurden, und sind beratend tätig.

Nahezu jede Branche von der Automobilindustrie bis zur Logistik eignet sich prinzipiell für den Einsatz von Künstlicher Intelligenz, was dafür sorgt, dass der KI-Entwickler ein Trendberuf ist. Viele Unternehmen beginnen gerade erst damit, sich mit dem Thema KI näher zu befassen, und haben entsprechend Bedarf an qualifizierten KI-Entwicklern. Wer entsprechende Kenntnisse vorweisen kann, hat gute Karten, einen passenden Job zu ergattern. KI-Entwickler können mit einem Gehalt rechnen, das sich am oberen Spektrum der IT-Berufe befindet.

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