Ein Mann findet einen Job mit über 50

Jobs 50 Plus: Wo haben ältere Bewerber gute Chancen?

VN:F [1.9.22_1171]
Bewertung: 0.0 / 5 (0 Bewertungen abgegeben)

Wer über 50 ist und einen Job sucht, hat es mitunter schwer. Gegenüber jüngeren Bewerbern haben ältere Bewerber häufig das Nachsehen. Das heißt jedoch nicht, dass es aussichtslos wäre, sich mit 50 Plus einen neuen Job zu suchen. In manchen Bereichen stehen die Chancen allerdings besser als in anderen – es lohnt sich deshalb, bei der Jobsuche nach Plan vorzugehen.

Warum es schwer sein kann, Jobs mit 50 Plus zu finden

Es ist nie zu spät dafür, sich beruflich zu verändern – einen neuen Job zu finden, fällt manchen Bewerbern jedoch leichter als anderen. Das liegt nicht immer an tatsächlichen Unterschieden in der Qualifizierung. Manche Bewerber haben von vornherein einen schwereren Stand – weil sie schon etwas älter sind. Zwar ist Altersdiskriminierung bei Stellenbesetzungen ebenso wenig erlaubt wie andere Formen von Diskriminierung.

Das ändert jedoch nichts daran, dass viele Firmen sich eher für jüngere Bewerber entscheiden. Jüngere Bewerber gelten als flexibel, leistungsfähig und bringen nicht zuletzt ein Gespür für digitale Prozesse mit. Für ältere Arbeitnehmer, so das Vorurteil, gilt das hingegen weniger. Hinzu kommt, dass sich Berufseinsteiger besser formen lassen. Und sie sind günstiger als ein berufserfahrener Kandidat.

Bei der Diskriminierung von älteren Bewerbern spielen Vorurteile also eine große Rolle. Wenn Sie mit 50 Plus Bewerbungen schreiben, sollte Ihr Ziel deshalb sein, diese Vorurteile zu entkräften. Zeigen Sie, dass Sie lernwillig und anpassungsfähig sind, dass Sie noch nicht auf Autopilot geschaltet haben und bereit sind, sich umfassend einzuarbeiten.

Eine gute Bewerbung ist die Grundlage einer aussichtsreichen Bewerbung – mehr Tipps hierzu finden Sie weiter unten. Gleichzeitig kommt es darauf an, zu wissen, wo sich eine Bewerbung lohnt. Wie gut Ihre Chancen tatsächlich stehen, hängt zwar auch von der Haltung des Personalers und Ihrer Konkurrenz ab. In manchen Branchen und Bereichen haben Sie es als Bewerber 50 Plus allerdings schwerer als anderswo. Das gilt vor allem in Bereichen, bei der digitale Prozesse besonders wichtig sind und in denen es ein großes Angebot an fähigen Bewerbern gibt.

Jobs 50 Plus: Tipps, um Ihre Chancen bei der Jobsuche zu verbessern

Wo es aussichtsreich ist, nach einem Job mit 50 Plus zu suchen, hängt maßgeblich von zwei Aspekten ab: was Sie können und was Sie sich beruflich vorstellen können. Bei diesem Tipp gehen wir davon aus, dass Sie gegenwärtig noch einen Job haben oder zumindest noch nicht lange arbeitslos sind, und den nächsten Schritt in Ihrer Karriere gehen möchten.

Als berufserfahrener Bewerber mit einschlägigen Kompetenzen kommen Sie für Jobs in Leitungsfunktion infrage. Ihre Ausgangsposition ist noch besser, wenn Sie schon jetzt eine Führungsposition innehaben. Bei der Stellensuche sollten Sie sich eng an dem orientieren, was Sie zu bieten haben. Welcher Job wäre der logische nächste Schritt für Sie? Je zielgerichteter Sie bei der Jobsuche mit 50 Plus vorgehen, desto besser können Sie Ihre Eignung in Bewerbungen begründen – und mit Kompetenz und Erfahrung punkten.

Vielleicht geht es Ihnen mit dem Jobwechsel gar nicht darum, sich beruflich weiterzuentwickeln. Vielleicht haben Sie Ihren derzeitigen Job schlicht satt und können sich nicht vorstellen, bis zur Rente so weiterzumachen wie bisher. Dann kommt womöglich auch ein Job für Sie infrage, bei dem Sie etwas weiter unten einsteigen oder auch weniger verdienen. Wenn Sie sich für Positionen bewerben, für die Sie offensichtlich qualifiziert sind, stehen Ihre Chancen tendenziell besser als bei Bewerbungen für höherrangige Positionen.

Fachkräftemangel: Gute Aussichten für ältere Bewerber

Wie gut die Chancen stehen, dass Sie einen passenden neuen Job finden, hängt maßgeblich davon ab, in welchem Bereich Sie tätig sind beziehungsweise sich bewerben. Schwer haben es ältere Bewerber dort, wo es sehr viele fähige Bewerber gibt. Wenn Sie mit Dutzenden oder gar Hunderten Bewerbern konkurrieren müssen, gehen Sie womöglich immer wieder leer aus. Besser sind Ihre Aussichten dort, wo es einen Fachkräftemangel gibt – zum Beispiel in der Alten- und Krankenpflege, im IT-Bereich, in Teilen des Handwerks oder in der Elektrotechnik. In Bereichen mit Fachkräftemangel haben Sie weniger Mitbewerber und somit bessere Karten.

Als Bewerber mit viel Berufserfahrung haben Sie womöglich ein recht großes berufliches Netzwerk. Sie haben in Ihrem Berufsleben schließlich schon viele Kontakte geschlossen. Es lohnt sich, dieses Netzwerk zu nutzen, wenn Sie nach Jobs mit über 50 suchen. Wenn jemand Sie empfehlen kann, kann das Ihre Jobaussichten enorm verbessern.

Wiedereinstieg in den Beruf nach längerer Pause

Sind Sie schon länger aus dem Beruf raus – weil Sie etwa Kinder großgezogen oder sich um Angehörige gekümmert haben? Dann gestaltet sich der Wiedereinstieg in den Beruf womöglich etwas zäher. Sie verbessern Ihre Chancen auf eine rasche Zusage, indem Sie Ihre Suche realistisch gestalten. Wenn Sie schon länger nicht mehr in Ihrem Beruf tätig sind, können Sie nicht erwarten, auf demselben Level weiterzumachen wie vor der Pause. Stellen Sie sich darauf ein, sich auf Stellen in Jobstufen zu bewerben, die Sie eigentlich schon hinter sich gelassen hatten.

Entscheidend ist auch, dass Sie sich up to date bringen. Was hat sich zwischenzeitlich in Ihrem Beruf getan? Gibt es Entwicklungen, die Sie kennen sollten, oder Programme, die im Berufsalltag wichtig sind? Bringen Sie sich möglichst vor der Bewerbungsphase auf den neusten Stand. Das zeigt Engagement und Anpassungsfähigkeit – und demonstriert, dass Sie bereit dazu sind, sich für den neuen Job ins Zeug zu legen. Es kann sinnvoll sein, eine Weiterbildung oder einen Kurs zu machen. Das Zertifikat können Sie dann Ihrer Bewerbung beilegen.

Auch bei diesem Szenario ist es nützlich, wenn Sie auf Kontakte zurückgreifen können. Ein möglicher Ansprechpartner ist Ihr letzter Chef. Vielleicht gibt es bei Ihrem alten Arbeitgeber eine Job-Option oder man kann Sie an andere Unternehmen verweisen – und dabei ein gutes Wort für Sie einlegen.

Einen Nebenjob mit 50 Plus finden

Wenn Sie nicht nach einem Vollzeitjob suchen und bei dem inhaltlichen Schwerpunkt Ihres neuen Jobs nicht sonderlich wählerisch sind, kommt ein Nebenjob infrage. Damit verdienen Sie zwar weniger als bei einer Vollzeitstelle, dafür bleibt Ihnen aber auch mehr Zeit für andere Dinge. Der Vorteil eines Nebenjobs: Die Anforderungen an Bewerber sind meist deutlich geringer als bei regulären Stellen. Dadurch können Sie tendenziell schneller eine neue Tätigkeit finden.

Immer gesucht werden Bewerber auf Teilzeit- oder Minijobbasis in Restaurants und Cafés, im Einzelhandel und in der Kundenbetreuung. Einen steten Bedarf gibt es außerdem an Putzkräften und Kinderbetreuern. Denken Sie auch abseits von klassischen Jobs – abhängig von Ihren Talenten und Erwartungen können Sie auch von zuhause aus arbeiten. Wenn Sie kreativ und handwerklich versiert sind, können Sie zum Beispiel eigene Erzeugnisse wie Accessoires oder Kleidung über Online-Plattformen verkaufen. Solche Modelle eignen sich jedoch eher dann, wenn es Ihnen nicht primär um den Verdienst geht.

Chancen steigern mit einer guten Bewerbung

Egal, wo Sie nach einem Job suchen: Wie erfolgreich Ihre Bewerbungen sind, hängt nicht zuletzt davon ab, ob Bewerbungsanschreiben, Lebenslauf und Co überzeugen. Selbst, wenn Sie sich für eine Stelle bewerben, für die Sie offensichtlich qualifiziert sind, können Sie sich mit einer schlechten Bewerbung selbst im Weg stehen. Achten Sie darauf, dass Sie vollständige Bewerbungen mit allen vom Arbeitgeber gewünschten Unterlagen verschicken.

Ihr Lebenslauf ist Ihr wohl wichtigstes Argument in eigener Sache. Auf (maximal) zwei Seiten stellen Sie möglichst übersichtlich dar, welche Kompetenzen Sie mitbringen. Hierbei lohnt es sich, zielgerichtet vorzugehen. Machen Sie Ihren Lebenslauf individuell. Schneiden Sie ihn so gut wie möglich auf einen bestimmten Arbeitgeber zu, indem Sie nur Erfahrungen anführen, die wirklich relevant für den betreffenden Job sind. Ein professionelles Bewerbungsfoto kann Ihre Chancen zusätzlich steigern.

Beim Anschreiben kommt es darauf an, lebhaft und nachvollziehbar darzulegen, warum Sie der geeignete Kandidat sind. Gehen Sie auf Ihre formellen Qualifikationen ebenso ein wie auf Soft Skills, die Sie mit einem Beispiel untermauern sollten. Orientieren Sie sich dabei an den Fähigkeiten, die der jeweilige Arbeitgeber voraussetzt. Vergessen Sie nicht, Ihr Interesse an einem bestimmten Arbeitgeber zu begründen und Ihre Motivation ausreichend zu erläutern. Das Anschreiben sollte möglichst spannend zu lesen sein. Damit Ihr Ansprechpartner das Schreiben überhaupt liest, kommt es auf einen interessanten Einstieg ein. Verzichten Sie unbedingt auf Floskeln und leere Phrasen – die animieren höchstens zum Gähnen, nicht aber zum Weiterlesen.

Warum Ihre Bewerbung möglichst kurz sein sollte

Seien Sie bei der Auswahl von Anlagen kritisch. Hier gilt das Motto: so viel wie nötig, so wenig wie möglich. Personalverantwortliche freuen sich über kurze Bewerbungen, die nur wirklich relevante Unterlagen enthalten. Das betrifft in der Regel aktuelle Arbeitszeugnisse, das Zeugnis vom höchsten Bildungsabschluss und gegebenenfalls weitere Nachweise, etwa Zertifikate.

Ihre Bewerbung sollte fehlerfrei sein und den aktuellen Gepflogenheiten entsprechen. Falls Ihre letzte Bewerbung schon ein paar Jahre her ist, bringen Sie sich vor dem Erstellen von Bewerbungen auf den neusten Stand. So zeigen Sie möglichen Arbeitgebern, dass Sie mit der Zeit gehen.

Jobs über 50: Bessere Chancen mit Initiativbewerbungen

Viele Bewerber bewerben sich ausschließlich für ausgeschriebene Stellen. Dabei bieten Initiativbewerbungen oft gute Chancen, bei einem Arbeitgeber einzusteigen. Bei einer Initiativbewerbung gibt es zwar keine ausgeschriebene Stelle. Dafür zeigen Sie dem Arbeitgeber, dass Sie wirklich für genau ihn tätig werden möchten – sonst hätten Sie sich die Mühe kaum gemacht. Das ist für viele Entscheidungsträger ein wichtiges Merkmal von Bewerbern.

Viele Stellen werden nicht offiziell ausgeschrieben. Auf diese Stellen haben Sie keinen Zugriff, wenn Sie nur Inserate durchforsten. Mit einer Initiativbewerbung sieht die Sache hingegen schon anders aus. Gleichzeitig haben Sie fast keine oder gar keine Konkurrenz – vor allem bei Stellen, die nicht einmal inoffiziell in Planung sind. Zeigen Sie dem möglichen Arbeitgeber, wo Sie sich konkret eine Mitarbeit vorstellen könnten. Machen Sie deutlich, was das Unternehmen davon hat, wenn Sie dort einsteigen würden. Mit einer guten, möglichst konkreten Bewerbung können Sie punkten.

Und wenn tatsächlich keine Stelle frei ist? Dann behält man Sie womöglich trotzdem im Hinterkopf – und kommt vielleicht später auf Sie zurück, wenn es doch Möglichkeiten für Sie gibt.

Bildnachweis: fizkes / Shutterstock.com