Feedbackgespräch am Ende der Probezeit: Tipps zur Vorbereitung

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Ob Ihr Arbeitgeber Sie nach Ende der Probezeit übernehmen möchte, erfahren Sie im Feedbackgespräch. Auch Sie selbst legen sich fest, ob Sie das Arbeitsverhältnis Ihrerseits fortführen möchten. Das Probezeitgespräch bietet außerdem Raum zur Klärung offener Fragen und einem ehrlichen Austausch darüber, wie zufrieden beide Seiten mit der Zusammenarbeit sind. Den größten Nutzen können Sie aus dem Feedbackgespräch am Ende der Probezeit ziehen, wenn Sie sich vorher überlegen, was Sie darin zur Sprache bringen möchten.

Frau führt Feedbackgespräch nach der Probezeit.

Wozu dient das Feedbackgespräch in der Probezeit?

Feedbackgespräche finden in vielen Firmen regelmäßig statt. Nicht immer sind sie gleichzusetzen mit Mitarbeitergesprächen, die in erster Linie der regelmäßigen Beurteilung des Mitarbeiters anhand vorher festgelegter Ziele dienen. Ein Feedbackgespräch kann vielmehr vereinbart werden, wenn ein wichtiges Projekt endet oder es schlicht abseits der jährlichen Beurteilungsgespräche einen Gesprächsbedarf gibt. Oft werden die Begriffe Feedbackgespräch und Mitarbeitergespräch jedoch auch synonym verwendet.

Feedbackgespräche finden in den meisten Unternehmen auch zum Ende der Probezeit eines Mitarbeiters statt. Nach den ersten sechs Monaten – je nach betrieblicher Regelung oder tarifvertraglichen Bestimmungen auch früher – der Betriebszugehörigkeit sprechen der neue Mitarbeiter und der Chef darüber, wie es bisher läuft und ob beide Seiten weiter zusammenarbeiten möchten.

Die Probezeit gibt es, damit Arbeitgeber besser einschätzen können, ob neue Mitarbeiter ihren Erwartungen entsprechen und ihren Job wie vorgesehen erledigen. Auch, wie gut der neue Kollege ins Team passt, zeigt sich in den ersten Monaten nach seiner Einstellung. Der Mitarbeiter steht somit im ersten halben Jahr auf der Probe, und erst nach Ablauf dieses Zeitraums entscheiden Arbeitgeber und Arbeitnehmer, ob sie die Zusammenarbeit weiterführen möchten. Während der Probezeit gilt der gesetzliche Kündigungsschutz nicht, so dass eine Kündigung leichter und kurzfristiger möglich ist als danach. Das Arbeitsverhältnis kann in der Probezeit ohne Angabe von Gründen mit einer Frist von zwei Wochen beendet werden.

Kern des Probezeitgesprächs: Geht es weiter oder nicht?

Beim Feedbackgespräch in der Probezeit geht es kurz vor deren Ende darum, dass sich beide Seiten – Arbeitgeber und Mitarbeiter – darüber austauschen, wie es ihrer Meinung nach läuft. Mögliche Probleme können ebenso zur Sprache gebracht werden wie Dinge, die gut klappen. Es wird auch darüber gesprochen, ob die Einarbeitung erfolgreich war oder ob es möglicherweise noch Bedarf an weiterer Unterweisung gibt. Auch mögliche Unklarheiten können im Feedbackgespräch geklärt werden.

In jedem Fall geht es im Feedbackgespräch in der Probezeit um die Zukunft des Mitarbeiters im Unternehmen, zum Beispiel die weitere Ausgestaltung des Arbeitsverhältnisses. Im Feedbackgespräch kann dem Arbeitnehmer jedoch auch mitgeteilt werden, dass eine weitere Zusammenarbeit seitens des Arbeitgebers nicht gewünscht ist – samt Begründung, warum nicht. Auch Sie als Mitarbeiter können sich gegen eine Fortführung des Arbeitsverhältnisses entscheiden.

Ein Gespräch zum Ende der Probezeit ist in vielen Unternehmen Standard. Falls das bei Ihrer Firma anders sein sollte, können Sie Ihren Vorgesetzten auch Ihrerseits um ein Probezeitgespräch bitten. Gerade zu Beginn einer beruflichen Zusammenarbeit lohnt es sich, miteinander im Gespräch zu bleiben. Beide Seiten kennen sich noch nicht lange und sind oft noch nicht so gut aufeinander eingestellt. Kommunikation hilft, Missverständnissen, Konflikten und enttäuschten Erwartungen auf beiden Seiten vorzubeugen. Sie ist ein Schlüssel zu einer erfolgreichen Zusammenarbeit.

Mögliche Fragen beim Feedbackgespräch zum Ende der Probezeit

Ein Feedbackgespräch nach der Probezeit ist sowohl Rückblick als auch Ausblick – vorausgesetzt, es dient nicht dazu, das Beschäftigungsverhältnis zu beenden. Im Fall einer weiteren Zusammenarbeit geht es darum, wie die Einarbeitung läuft und wie zufrieden der Arbeitgeber auf der einen Seite und der Mitarbeiter auf der anderen Seite ist. Mögliche Probleme oder Hindernisse können thematisiert werden.

Damit Sie eine bessere Vorstellung davon haben, welche Fragen Ihnen Ihr Chef im Feedbackgespräch zum Ende der Probezeit stellen könnte, finden Sie hier einige typische Fragen:

  • Welches Resümee ziehen Sie am Ende der Probezeit?
  • Möchten Sie bei uns bleiben?
  • Fühlen Sie sich wohl bei uns?
  • Haben Sie sich gut eingelebt?
  • Wie gut finden Sie sich in Ihrem Team zurecht?
  • Wie gut läuft die Einarbeitung?
  • Wie gut kommen Sie mit Ihrem Workload zurecht?
  • Gibt es an irgendeiner Stelle Probleme?
  • Gibt es etwas, das aus Ihrer Sicht besser laufen könnte?
  • Entspricht Ihre Tätigkeit Ihren Vorstellungen?
  • Wie stellen Sie sich Ihre weitere Tätigkeit bei uns vor?
  • Was haben Sie bisher erreicht?
  • Was möchten Sie in der näheren Zukunft erreichen?
  • Haben Sie genügend Informationen, um Ihre Aufgaben gut ausführen zu können?
  • Haben Sie Fragen?
  • Kann ich sonst irgendetwas für Sie tun?

Feedbackgespräch nach der Probezeit richtig vorbereiten

Aus einem Feedbackgespräch nach der Probezeit können Sie wichtige Schlüsse für Ihre weitere Tätigkeit im Unternehmen ziehen. Sie wissen anschließend nicht nur, wie Ihr Arbeitgeber zu Ihnen steht, sondern auch, was Sie künftig tun können, damit Ihr Chef mit Ihnen und Ihrer Leistung zufrieden ist. Beim Feedbackgespräch kommt es auf eine gute Vorbereitung an. Es geht bei dem Gespräch nicht nur darum, wie man Sie beurteilt, sondern auch, welche Anregungen und welches Feedback Sie Ihrerseits loswerden möchten.

Überlegen Sie sich vor dem Probezeitgespräch, wie Sie Ihre bisherige Mitarbeit in der Firma erleben. Kommen Sie mit Ihren Aufgaben gut klar? Wie beurteilen Sie Ihre bisherige Leistung? Stimmen die Rahmenbedingungen – ermöglichen sie Ihnen, produktiv zu arbeiten? Wie empfinden Sie die Zusammenarbeit im Team? Was haben Sie schon erreicht? Gab es irgendwelche Probleme oder sind Ihnen Fehler unterlaufen? Falls ja, woran lag das?

Indem Sie sich Ihre eigene Einschätzung des letzten halben Jahrs verdeutlichen, können Sie auf Anmerkungen Ihres Chefs im Feedbackgespräch souveräner reagieren. Sie können sich auch überlegen, wie Sie auf mögliche kritische Aspekte reagieren können, und Gegenargumente zurechtlegen. Nicht zuletzt gibt es möglicherweise Fragen, die Sie loswerden möchten und die Sie sich vorab skizzieren können. All diese Aspekte helfen Ihnen dabei, den größtmöglichen Nutzen aus dem Probezeitgespräch zu ziehen.

Warum Sie mögliche Probleme im Feedbackgespräch offen ansprechen sollten

Viele Arbeitnehmer sind zumindest stellenweise nicht zufrieden in ihrem Job. Längst nicht jeder traut sich jedoch, Probleme oder Hindernisse anzusprechen. Mit oft fatalen Folgen: Ein Chef, der von den Problemen des Angestellten nichts weiß, kann nichts dazu beitragen, diese aus der Welt zu schaffen. Der Mitarbeiter wird in einer unverändert suboptimalen Situation hingegen immer unzufriedener. Nicht jedes Problem lässt sich allein durch Kommunikation lösen. Eine vertrauensvolle und offene Kommunikation ist jedoch die Basis einer guten Zusammenarbeit.

Nutzen Sie die Gelegenheit, die Ihnen das Feedbackgespräch in der Probezeit bietet, um mögliche Konflikte klar zu benennen. Es geht hierbei nicht um Schuldzuweisungen – weder sollten Sie Ihren Vorgesetzten angreifen noch schlecht über Ihre Kollegen sprechen. Indem Sie sachlich auf Probleme hinweisen, können Sie gemeinsam mit Ihrem Vorgesetzten überlegen, wie sich die Situation verbessern lässt.

Zu Beginn eines Arbeitsverhältnisses werden die Weichen für eine erfolgreiche Kooperation gestellt. Warten Sie deshalb nicht darauf, dass sich auf magische Weise etwas bessert – helfen Sie lieber nach, indem Sie mögliche Kritikpunkte von sich aus zur Sprache bringen.

Denken Sie daran: Die Probezeit dient, ebenso wie das Feedbackgespräch, nicht nur Ihrem Arbeitgeber zur Prüfung, ob alles gut läuft. Auch Sie selbst können diese Zeit nutzen, um zu bewerten, ob und wie es für Sie im Unternehmen weitergehen soll. Nutzen Sie die Chance, Einfluss darauf zu nehmen, wie die Rahmenbedingungen ausgestaltet werden – und damit auch, wie zufrieden Sie bei diesem Arbeitgeber langfristig sind.

Bildnachweis: fizkes / Shutterstock.com