Referenzen im Lebenslauf

Obwohl die Angabe von Referenzen im Lebenslauf oder im Bewerbungsanschreiben keine Pflicht ist, so können diese, richtig eingesetzt, dennoch für Pluspunkte sorgen. Ergänzend zu anderen Qualifikationsnachweisen, wie beispielsweise den Arbeits-, Ausbildungs- und Schulzeugnissen, können Referenzen die Qualifikationen und Fähigkeiten von Bewerbern mit zusätzlichem Nachdruck untermauern. Die Angabe von Referenzen im Lebenslauf kann insbesondere deshalb ein starkes Werkzeug für Bewerber sein, weil Referenzgeber gewissermaßen freiwillig und mit Ihrem eigenen Namen für die jeweiligen Bewerber bürgen und sich darüber hinaus dazu bereit erklären, dem neuen potentiellen Arbeitgeber eines Bewerbers bei Bedarf auch entsprechende Auskünfte zu geben sowie einen positiven Eindruck der Person zu vermitteln.

Welche Referenzen eignen sich für den Lebenslauf?

Zunächst sollten Sie darauf achten, dass die von Ihnen als Referenz genannten Personen auch tatsächlich dazu in der Lage sind, Ihre Arbeit fachlich zu bewerten. Verfügen die genannten Personen selbst nicht über einen entsprechenden fachlichen Background, so kann dadurch, spätestens bei telefonischen Rückfragen, ein unerwünschter Eindruck entstehen. Auch sollten Sie mit den Personen möglichst über einen gewissen Zeitraum direkt zusammengearbeitet haben, damit die Referenzgeber authentische Aussagen bezüglich Ihrer Persönlichkeit und über die Ihrerseits vorhandenen Soft-Skills treffen können. Geben Sie des Weiteren auch nur diejenigen Personen als Referenzen in Ihrem Lebenslauf an, von denen Sie sich zuvor die ausdrückliche Erlaubnis dazu eingeholt haben. Sollten Sie sich dazu entscheiden, auf einige Ihrer bisherigen Arbeiten als Referenz zu verweisen (beispielsweise als Webentwickler oder Grafikdesigner), so sollten Sie die jeweiligen Arbeiten mit Bedacht auswählen: Qualität schlägt an dieser Stelle häufig Quantität.

Nachfolgend finden Sie nun verschiedene Kategorien von Referenzen, die sich für die Auflistung im Lebenslauf eignen können.

Referenzschreiben / Empfehlungsschreiben

Ein Referenz- oder Empfehlungsschreiben kann im Vergleich zur bloßen Angabe einer Referenzperson noch etwas mehr Eindruck auf die Personalverantwortlichen machen. Denn in diesem Fall stellt sich die jeweilige Person nicht nur als Referenzgeber zur Verfügung, sondern hat sich darüber hinaus noch freiwillig die Zeit dafür genommen, um dieses zusätzliche Dokument zu verfassen.

Ein Referenzschreiben enthält in aller Regel die nachfolgenden Informationen:

  • Kontaktdaten, Position und Unternehmen des Referenzgebers
  • Datum, an dem das Schreiben ausgestellt wurde
  • Zeitraum und Rahmen, in dem der Referenzgeber mit Ihnen zu tun hatte
  • Konkrete Darstellung der im Rahmen der Zusammenarbeit ausgeübten Tätigkeiten und aufgezeigten Qualifikationen und Fähigkeiten (fachliche Qualifikationen und Sozialkompetenz)
  • Erzielte Erfolge
  • Empfehlung für eine konkrete Stelle oder einen konkreten Tätigkeitsbereich
  • Unterschrift des Referenzgebers

Grundsätzlich sollte ein Referenzschreiben / Empfehlungsschreiben von Personen ausgestellt werden, die auf einer höheren hierarchischen Stufe angesiedelt sind, als Sie selbst.

Folgende Personen können sich daher beispielsweise als Referenzgeber eignen:

  • Vorgesetzte
  • Professoren, Dozenten und Studiengangsleiter einer Universität / Hochschule
  • Ausbilder, Lehrer und Mentoren
  • Personen in leitenden Funktionen einer ehrenamtlichen Tätigkeit
Vorlage / Muster: Empfehlungsschreiben Muster

Vorlage / Muster: Empfehlungsschreiben Muster

Personen als Referenzgeber (ohne Referenzschreiben / Empfehlungsschreiben)

Auch ohne Referenz- oder Empfehlungsschreiben können Personen als Referenzgeber im Lebenslauf aufgeführt werden, wenn diese sich dazu bereit erklärt haben. Nicht immer wird freiwillig oder auf Nachfrage ein solches Dokument ausgestellt. Das heißt auch, dass sich der Wert einer Referenz nicht zwangsläufig mindert, obwohl für eine angegebene Referenz kein Referenz- oder Empfehlungsschreiben vorliegt. Beispiele für mögliche Referenzgeber finden Sie im vorherigen Abschnitt.

Bisherige Arbeiten / Arbeitsergebnisse als Referenz im Lebenslauf

Auch bisherige Arbeiten können als Referenz im Lebenslauf angegeben werden. Diese Möglichkeit zur Demonstration der vorhandenen Qualifikationen eignet sich beispielsweise für Webentwickler, Grafikdesigner oder Selbständige und Freiberufler. Wie eingangs erwähnt, sollte in diesem Fall viel Wert auf eine hohe Qualität der angeführten Arbeiten gelegt werden. Letztlich sieht der Leser damit nicht nur Ihre Stärken – gegebenenfalls werden auch Ihre Schwächen deutlich. Überlegen Sie sich daher gut, ob Ihre bisherigen Arbeiten als Referenz geeignet sind. Insbesondere für Selbständige und Freiberufler ist die Angabe von Referenzkunden eine gute Möglichkeit, um Arbeitszeugnisse, die Sie als Mitglied dieser Berufsgruppe naturgemäß nicht ausgestellt bekommen, zu kompensieren. Um Ihre Bewerbung durch die Angabe von Referenzen nicht zu sehr durch zusätzliche Anhänge aufzublähen, kann beispielsweise durch die Ergänzung eines Links zu einer Webseite oder zu einem Online-Portfolio auf die entsprechenden Arbeiten aufmerksam gemacht werden.

Welche Referenzen eignen sich nicht für den Lebenslauf?

Zunächst eignen sich Personen, die auf der gleichen oder einer niedrigeren Hierarchiestufe als Sie selbst stehen in aller Regel nicht als Referenz für Ihre Qualifikationen und Fähigkeiten. Hier könnte schnell der Eindruck entstehen, dass es sich dabei um eine gut gemeinte Gefälligkeit handelt. Auch Personen, die Ihre fachliche und soziale Kompetenz nicht oder nur schwer beurteilen können, eignen sich meist nicht als Referenz. Weiter ist der Hinweis auf „einfachere“ Arbeitsergebnisse, die als Grundlage für die neue Stelle vorausgesetzt werden, meist nicht sehr informativ für die Personalverantwortlichen. Eine Ausnahme stellen hierbei jedoch Arbeitsergebnisse dar, die auf Ihre guten Ansätze und erstes Fachwissen hindeuten, wenn Sie sich beispielsweise um eine Ausbildung bewerben (beispielsweise als Grafikdesigner). Wenn Sie jedoch nützliche Excel-Tabellen oder gelungene PowerPoint-Präsentationen erstellt haben, so reicht in aller Regel ein Hinweis auf diese relevanten Kenntnisse im Bewerbungsanschreiben oder im Lebenslauf in der entsprechenden Kategorie – als Referenz sollten diese Arbeitsergebnisse dann jedoch nicht mehr explizit angeführt werden.

Wie viele Referenzen sollte ich im Lebenslauf angeben?

Da auch Personalverantwortliche ein begrenztes Zeitbudget haben, welches sie für die Bearbeitung einer Bewerbung einsetzen können, sollten Sie sich auf die Angabe von maximal drei passenden und aussagekräftigen Referenzen beschränken. Auch würde die Angabe von mehr als drei Referenzen, für die gegebenenfalls auch zusätzliche Referenz- oder Empfehlungsschreiben vorliegen, den Umfang Ihrer Bewerbung zu sehr vergrößern. Wie in allen anderen Bereichen der Bewerbung und des Lebenslaufs gilt auch hier: Fokussieren Sie sich auf die für die angestrebte Stelle wichtigsten, aussagekräftigsten und relevantesten Informationen.

Wie kann ich Referenzen im Lebenslauf darstellen?

Nachfolgend finden Sie abschließend noch einige Beispiele, wie Sie die Referenzen in Ihrem Lebenslauf darstellen können.

Bei der zugehörigen Station im Lebenslauf

Eine Möglichkeit, Referenzen im Lebenslauf darzustellen, ist die direkte Angabe der Referenzperson bei der zugehörigen Station im Lebenslauf. Dabei wird die Referenzperson unter Angabe von Position und Kontaktdaten am Ende der jeweiligen Station ergänzt.

10/2012 – 07/2015Musterstelle
Musterfirma GmbH, 12345 Musterstadt
– Mustertätigkeit / Schwerpunkt
– Mustertätigkeit / Schwerpunkt
– Mustertätigkeit / Schwerpunkt
Referenz:
Max Mustermann, Bereichsleiter Musterbereich
Tel.: 01234 56789 | E-Mail: max.mustermann@bewerbung.co

Eigener Abschnitt im Lebenslauf

Eine weitere Möglichkeit, um Referenzen im Lebenslauf anzugeben, ist die Erweiterung des Lebenslaufs um einen eigens für Referenzen vorgesehenen Abschnitt. Anschließend werden alle Referenzen in diesem Abschnitt unter Angabe des Namens, der Position, des Unternehmens / der Organisation und der Kontaktdaten gesammelt.

REFERENZEN
Max MustermannGeschäftsführer, Muster OHG
Tel.: 01234 56789 | E-Mail: max.mustermann@bewerbung.co
Prof. Dr. Eva MusterfrauStudiengangsleiterin Musterstudiengang, Universität Musterstadt
Tel.: 01234 56789 | E-Mail: eva.musterfrau@bewerbung.co
WebentwicklungKonzeption & Umsetzung mit HTML, CSS und PHP
https://tabellarischer-lebenslauf.net

Alternativ: Hinweis auf Referenzen im Bewerbungsanschreiben

Alternativ können Sie auch das Bewerbungsanschreiben dafür nutzen, um auf Referenzen hinzuweisen. Dies kann beispielsweise durch einen ergänzenden Satz an einer passenden Stelle innerhalb des Bewerbungsanschreibens geschehen. Dieser Satz sollte den vollen Namen, die Position, das Unternehmen / die Organisation und die direkte Telefonnummer der Referenzperson beinhalten.

„Gerne bestätigt Ihnen Herr Max Mustermann (Tel.: 01234 56789), Bereichsleiter Musterbereich bei der Muster OHG, meine Kenntnisse und Fähigkeiten im Bereich der Softwareentwicklung.“

Vorlage / Muster: Bewerbungsvorlage 2017

Vorlage / Muster: Bewerbungsvorlage 2017