Lücken im Lebenslauf

In der Regel erwarten Personaler von einem Bewerber einen lückenlosen Lebenslauf. Dennoch kann es zum Beispiel durch Arbeitslosigkeit oder längere Krankheit, einen Studienabbruch oder Orientierungswechsel zu Lücken im Lebenslauf kommen. Dabei herrschen unterschiedliche Meinungen, wie solche Leerstellen geschickt zu kaschieren sind. Die Palette reicht dabei von einfach verschweigen über positiv erklären bis hin zu einer geschickten Platzierung in der Vita. Kreativer Mut zur Lücke führt jedoch meist eher zum Erfolg, als simples Verschweigen.

Lücken im Lebenslauf plausibel erklären

Über Eines sollten Sie sich als Bewerber im Klaren sein: Lücken im Lebenslauf fallen immer auf. Personaler sind darin geschult, solche Unebenheiten im beruflichen Werdegang aufzuspüren. Spätestens beim persönlichen Bewerbungsgespräch könnten Sie daher in Erklärungsnot geraten. Daher ist es in jedem Fall ratsam nicht zu lügen, sondern bewusst zu den Leerstellen zu stehen und diese plausibel zu erklären.

Lücken im Lebenslauf monatsweise präsentieren

Nicht zu empfehlen ist es, Leerstellen im Lebenslauf durch schwammige Angaben der einzelnen Stationen grob in Jahren zu kaschieren. Besser ist es, die einzelnen Tätigkeiten Monat für Monat aufzulisten. Fallen dabei einzelne Monate im Jahr aus, füllen Sie diese Lücken mit einer nachvollziehbaren Erklärung. Als Faustregel gilt: Fehlen lediglich ein bis zwei Monate, wird meist nicht nachgehakt. Ein ausgedehnter Urlaub zum Beispiel nach einem Stellungswechsel oder Studienwechsel wird durchaus akzeptiert. Alles was darüber hinaus geht, bedarf gegebenenfalls einer Erklärung.

Psychologie für Lücken im Lebenslauf anwenden

Psychologie und Fingerspitzengefühl sind beim Ausfüllen von Lücken im Lebenslauf von Vorteil. Sie signalisieren damit, kreativ und aktiv zu sein und diese Eigenschaft in Ihren neuen Job einzubringen. So sollten Sie statt „Arbeitslosigkeit“ Begriffe wie „berufliche Neuorientierung“ oder „Bewerbungsphase“ wählen und ausgedehnte Reisen nicht als „Urlaub“, sondern als Gelegenheit zum Kennenlernen fremder Kulturen umschreiben. Auf keinen Fall verschweigen sollten Sie längere Ausfälle wegen Krankheit, allerdings sollten Sie deutlich machen und belegen, dass Sie diese überwunden haben.

Lücken im Lebenslauf nach Studienwechsel füllen

Gibt es in Ihrem Lebenslauf längere Phasen der Arbeitslosigkeit oder einen oder mehrere Studienwechsel, sollten Sie diese Lücken positiv als Chance für einen Neuanfang deuten. Dazu gehören Weiterbildungskurse ebenso wie Praktika (auch unbezahlte) oder Aushilfsjobs und Nebentätigkeiten. Auf keinen Fall sollten Sie den Eindruck erwecken, während längerer Auszeiten von der Karriere auf der faulen Haut gelegen zu haben.

Lücken im Lebenslauf durch die antichronologische Variante kaschieren

Lücken sind meist umso unbedeutender, je weiter diese in der Vergangenheit Ihres Lebenslaufs aufgetreten sind. Daher empfehlen einige Bewerbungsexperten aus psychologischen Gründen den sogenannten „antichronologischen Lebenslauf„. Bei dieser Variante werden die letzten bzw. aktuellen Stationen des Werdegangs an den Anfang gestellt. Neben dem klassischen chronologischen Lebenslauf ist der antichronologische Lebenslauf,  welcher auch als amerikanischer Lebenslauf bezeichnet wird, heute durchaus gebräuchlich und akzeptiert.