Bewerbung für einen Ferienjob schreiben: Beispiele & Tipps

Viele Jugendliche arbeiten in den Ferien, um sich etwas Geld hinzuzuverdienen – und um sich dadurch gewisse Anschaffungen leisten und Hobbies finanzieren zu können. Wir haben Tipps, was dabei zu beachten ist – und Beispiele für gelungene Bewerbungen.

Die Sommerferien sind die Zeit zum Ausspannen, um Freunde zu treffen und um in den Urlaub zu fahren. Viele Jugendliche nutzen die mehrere Wochen dauernde Pause von der Schule jedoch auch dafür, etwas Geld zu ihrem Taschengeld hinzuzuverdienen – genügend Wünsche, was mit dem Geld geschehen soll, haben die meisten von ihnen. Wer sich um einen Ferienjob bewerben möchte, sollte diese Tipps beachten.

Vorlage / Muster: Bewerbungsvorlage 2017

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Die Bewerbung für den Ferienjob sorgfältig verfassen

Ein großer Fehler, der bei der Bewerbung um einen Ferienjob dringend vermieden werden sollte, ist, die Anforderungen des Arbeitgebers an die jugendlichen Helfer zu unterschätzen. Zwar stimmt es, dass es ungleich schwerer ist, einen Job auf dem regulären Arbeitsmarkt zu bekommen. Nichtsdestotrotz sollte sich der Schüler Mühe geben, um sich nicht durch eine schlampig verfasste Bewerbung die Chancen auf den Zuverdienst zunichte zu machen.

Bevor es um die Bewerbung für den Ferienjob geht, gilt es, zunächst einmal auf offene Positionen für die Ferien aufmerksam zu werden. Generell gilt: Es sind vor allem Tätigkeiten, bei denen nicht viel oder keine Berufserfahrung nötig ist – etwa in der Gastronomie, als Warenverräumer im Supermarkt oder als Aushilfe in Büros. Zu beachten ist dabei, dass Jugendliche erst ab dem 15. Lebensjahr einen Ferienjob annehmen dürfen – wer jünger ist, darf nur zwei Stunden Arbeit am Tag verrichten, vorausgesetzt, die Eltern sind einverstanden. Wer hingegen mindestens 15 Jahre alt ist, darf bis zu acht Stunden pro Tag arbeiten. Dies gilt allerdings nicht für Wochenend-Tage, an diesen darf nicht gearbeitet werden. Über das Jahr verteilt dürfen Jugendliche bis zu vier Wochen Vollzeit arbeiten.

Bewerbung Ferienjob

Persönliche Kontakte sind viel wert

Ferienjobs findet man zum einen im Internet. Über entsprechende Portale lassen sich offene Stellen finden. Auch in Zeitungen und Wochen- oder Anzeigenblättern sind manchmal Ferienjobs ausgeschrieben. Wer auf diese Weise nicht fündig wird, kann selbst aktiv werden – und gezielt bei Firmen in der Umgebung nachfragen, ob diese einen Ferienjob zu vergeben haben. Oft sind entsprechende Tätigkeiten nämlich gar nicht ausgeschrieben. Sehr wertvoll sind grundsätzlich persönliche Kontakte. Wer selbst niemanden kennt, der einen Job zu vergeben hat, kann seine Eltern oder Verwandte und Bekannte um Rat fragen. Oft kommt so eine Verbindung zustande, die zum Ferienjob führt.

Grundsätzlich ist es hilfreich, sich frühzeitig um einen Ferienjob zu bemühen. Andernfalls kann es, gerade bei ausgeschriebenen Stellen, passieren, dass schon andere zum Zug gekommen sind und der Job schon vergeben ist.

Das gilt es bei der Bewerbung um einen Ferienjob zu beachten

Eine vollständige Bewerbung ist für angehende Ferienjobber in aller Regel nicht erforderlich. Meist reicht ein kurzes Bewerbungsanschreiben völlig aus. Ein Lebenslauf ist meist nicht nötig, ebenso wenig Zeugnisse – zumal Arbeits- oder Praktikumszeugnisse in diesem Alter in der Regel ohnehin noch gar nicht vorhanden sind. Manchmal reicht auch ein kurzer Anruf beim gewünschten Arbeitgeber, um zu einem Kennenlerngespräch eingeladen zu werden. Eine schriftliche Bewerbung ist dann gar nicht nötig.

Dem Bewerbungsgespräch kann der angehende Ferienjobber meist vergleichsweise gelassen entgegensehen – Fangfragen oder Ausgefragt-Werden stehen dabei eher nicht im Mittelpunkt. Stattdessen geht es dem Chef darum, ein Gefühl dafür zu bekommen, ob der Jugendliche für die Tätigkeit geeignet ist oder nicht. Wer sich also höflich verhält und signalisiert, dass er den Job wirklich haben möchte, hat gute Chancen, den ersehnten Ferienjob zu landen.

Wenn eine schriftliche Bewerbung nötig ist, sollte diese sorgsam erstellt werden. Rechtschreib- oder Grammatikfehler sollten darin keinesfalls enthalten sein. Andernfalls entsteht dadurch schnell ein negativer Eindruck bei demjenigen, der über die Vergabe des Jobs entscheidet. Im Anschreiben sollte der Bewerber sich kurz vorstellen und deutlich machen, warum er an diesem bestimmten Ferienjob bei dem betreffenden Arbeitgeber interessiert ist.

Was im Bewerbungsanschreiben für einen Ferienjob enthalten sein sollte

Wie ein reguläres Anschreiben auch, so sollte das Anschreiben für einen Ferienjob Name und Kontaktdaten sowohl des Bewerbers als auch des Empfängers, also vom gewünschten Arbeitgeber, enthalten. Auch ein Foto des Bewerbers ist möglich. Zudem sollte aus dem Text hervorgehen, in welchem Zeitraum der Schüler gerne als Ferienjobber tätig werden möchte.

Das Anschreiben besteht zunächst aus den Kontaktdaten, der Betreffzeile, Ort und Datum. Anschließend folgt die Anrede des Empfängers. Hier ist es immer von Vorteil, wenn der richtige Ansprechpartner namentlich bekannt ist und nicht auf die „sehr geehrten Damen und Herren“ zurückgegriffen werden muss. Mit einem kurzen Anruf kann man diese Information, falls sie nicht bekannt sein sollte, in Erfahrung bringen.

Im ersten Satz des Anschreibens wird das Anliegen des Bewerbers auf den Punkt gebracht. Wer ist er, was macht er, und was möchte er? Im Mittelteil des Anschreibens kann dann im Detail auf die Fähigkeiten und Vorstellungen des Bewerbers eingegangen werden. Im letzten Satz geht es darum, einen gelungenen Abschluss zu finden. Hier sollte noch einmal der Wunsch bekräftigt werden, den Ferienjob anzutreten, und auf ein persönliches Gespräch verwiesen werden. Anschließend folgen die Grußformel und eine handschriftliche Unterschrift des Bewerbers. Das Anschreiben sollte keinesfalls länger als eine DIN-A4-Seite sein.

Beispiel für eine Bewerbung um einen Ferienjob

Die folgenden Beispiele für eine Bewerbung um einen Ferienjob können als Anregung dienen. Sie sollten aber unbedingt personalisiert und dem eigenen Hintergrund sowie den eigenen Interessen angepasst werden – es fällt beim Arbeitgeber meist sofort auf, wenn einfach nur ein Muster übernommen wurde.

Beispiele für den Einstiegssatz in der Bewerbung um einen Ferienjob

  • „Sehr geehrter Herr Müller, der Umgang mit Menschen macht mir großen Spaß. Meine Eltern feiern häufig Feste, bei denen ich sie tatkräftig unterstütze – bei der Zubereitung der Speisen ebenso wie beim Bedienen der Gäste. Deshalb möchte ich mich bei Ihnen um einen Ferienjob als Service-Kraft bewerben.“
  • „Sehr geehrte Frau Thomas, ich weiß, was ein Kreuzschlitzschraubenzieher ist und was Laminat von Parkett unterscheidet. Schon immer bin ich gerne handwerklich tätig und bastele häufig mit meinem Vater. Deshalb möchte ich in den Ferien gerne bei Ihnen als Warenverräumer im Baumarkt tätig sein.“

Beispiele, wie sich der Bewerber vorstellen kann

  • „Ich bin 15 Jahre alt und besuche die 10. Klasse des Helmut-Schmidt-Gymnasiums. In meiner Freizeit lese ich gerne und helfe meiner Mutter bei der Gartenarbeit.“
  • „Ich bin 16 Jahre alt und gehe in die 10. Klasse der Albert-Klein-Schule. Meine liebsten Fächer sind Physik und Geschichte.“

Beispiele, um das Interesse an diesem Arbeitgeber zu bekunden

  • „Ich kenne Ihren Supermarkt durch wöchentliche persönliche Besuche mit meinen Eltern. Deshalb weiß ich bereits, wo bestimmte Waren zu finden sind. Mir gefällt dort auch die Atmosphäre und ich halte mich gerne dort auf.“
  • „Es macht mir großen Spaß, mit Akribie und Genauigkeit Listen zu erstellen und zu pflegen. Genau für diese Tätigkeit suchen Sie einen Helfer in den Sommerferien – für mich ist das der ideale Ferienjob.“

Positiver Effekt auf den Lebenslauf

Wer mit der Bewerbung um den Ferienjob Erfolg hat, knüpft dabei unter Umständen wertvolle Kontakte. Wenn dann die nächsten Ferien anstehen, kann es gut sein, dass man wieder bei diesem Arbeitgeber tätig werden kann – denn der Chef kennt einen dann schon und ist (hoffentlich) von der eigenen Arbeit überzeugt. So spart man sich den Prozess, sich wiederum um einen Ferienjob zu bewerben. Je nachdem, was der Ferienjobber später beruflich machen möchte, kann sich der Ferienjob sogar positiv auf den Lebenslauf auswirken – wenn er mit der angestrebten beruflichen Tätigkeit in Verbindung steht.

Zugleich bietet ein Ferienjob Heranwachsenden die Möglichkeit, in verschiedene Tätigkeiten vergleichsweise unverbindlich hinein zu schnuppern. So bekommen Schülerinnen und Schüler eine Vorstellung davon, ob ein ähnlicher Beruf oder ein Beruf in der betreffenden Branche nicht etwas wäre, was sie später beruflich machen möchten.