Dritte Seite in der Bewerbung: Beispiele & Tipps

Alle wichtigen Informationen auf einen Blick – das ist das Ziel der Dritten Seite einer Bewerbung, die alle Stärken eines Bewerbers noch einmal hervorhebt. Dieses Kurzprofil ist jedoch umstritten – wer es dennoch verwenden möchte, erfährt hier, was er dabei beachten sollte.

Ob „Dritte Seite“, „Seite Drei“, „Kurzprofil“ oder „Motivationsschreiben“ – es gibt viele Bezeichnungen für das optionale Dokument, das Bewerber ihren Bewerbungsunterlagen hinzufügen können. Auf dieser vergleichsweise frei gestalteten Seite können Sie noch einmal in aller Kürze Ihre Fähigkeiten und Stärken auf den Punkt bringen. Unter Personalern ist dieses Extra-Blatt jedoch umstritten, weshalb sein Einsatz sorgfältig abgewogen werden sollte. Wir geben Tipps und Beispiele dazu, wie eine solche Dritte Seite aussehen kann.

Vorlage / Muster: Bewerbung 2018

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Dritte Seite: Die wichtigsten Vorzüge des Bewerbers auf den Punkt gebracht

Egal, welche Bezeichnung man dafür wählt – die Dritte Seite wird, wie der Name schon sagt, an dritter Stelle in die Bewerbung eingereiht. Sie folgt damit auf Bewerbungsschreiben und Lebenslauf. Und wenn auch der Name „Motivationsschreiben“ nicht ungebräuchlich ist – verwechselt mit dem mehrseitigen Motivationsschreiben, das etwa häufig bei Bewerbungen um ein Stipendium oder einen Studienplatz verlangt wird, sollte das Dokument ebenfalls nicht werden. Es handelt sich um grundverschiedene Dinge.

Auf der Dritten Seite geht es darum, dem Personaler noch einmal kurz und knapp aufzuzählen, welche Vorteile der betreffende Bewerber der Firma bietet. Inhaltlich kann das Dokument, das keinesfalls länger als eine DIN-A4-Seite sein sollte, sehr frei gestaltet werden. Vorschriften, was enthalten sein sollte, gibt es nicht. So können dort – in entsprechenden sinnvollen Absätzen – Stärken (kurz) beschrieben werden, die eigene Motivation oder auch Hobbies. Auch die Erfahrungen oder Kompetenzen des Bewerbers finden hier, wenn gewünscht, Platz.

Im Kurzprofil geht es in erster Linie um Übersichtlichkeit. Je kürzer es ist, desto besser – schließlich soll der Personaler verleitet werden, es auch tatsächlich zu lesen. Das ist umso eher der Fall, wenn der Bewerber dafür sorgt, dass die Dritte Seite leicht zu lesen ist – etwa durch Bulletpoints. Im besten Fall umfasst das Kurzprofil nicht mehr als etwa 15 Zeilen.

So ist die Dritte Seite einer Bewerbung aufgebaut

In ihrem Kern besteht die Dritte Seite aus wichtigen Stärken und Pluspunkten des Bewerbers. Ebenfalls enthalten sein sollten jedoch auch noch einmal die Kontaktangaben des Bewerbers, eine Überschrift sowie eine kurze Einleitung.

Dann folgen die eigentlichen inhaltlichen Schwerpunkte. Diese können entweder kurz im Fließtext oder stichpunktartig beschrieben werden.

Abgeschlossen wird die Seite mit der Nennung von Ort und Datum sowie einer Unterschrift des Bewerbers.

Mögliche Bestandteile der Dritten Seite – mit Beispielen

Die inhaltliche Gestaltung der Dritten Seite obliegt allein dem Bewerber. Hier kann er Schwerpunkte setzen, die ihn aus seiner Sicht für die gewünschte Stelle besonders qualifizieren. Er sollte bei der thematischen Auswahl überlegen, welche Aspekte er dem Personaler aufzählen würde, wenn dies das einzige Dokument wäre, das dieser in die Hand nimmt – oder auch die Aspekte, die er diesem persönlich aufzählen würde, hätte er dafür nur wenige Minuten Zeit.

Dazu kann beispielsweise die eigene Motivation zählen. In wenigen Sätzen kann der Bewerber in dem dafür vorgesehenen Absatz unterstreichen, weshalb er den Job wirklich gerne haben möchte und warum er gerade bei diesem Unternehmen tätig werden möchte.

Auch berufliche Erfahrungen können in aller Kürze aufgezählt werden – selbstverständlich nur solche, die den Bewerber auch für die gewünschte Stelle qualifizieren. Hier geht es nicht darum, alle Erfahrungen lückenlos aufzuzählen, sondern die wichtigsten Erfahrungen nach ihrer Relevanz auszuwählen.

Eine mögliche Rubrik im Kurzprofil sind zudem Stärken oder Kompetenzen des Bewerbers. Ebenso kann er seine Qualifikationen aufzählen. Auch ist es möglich, die persönlichen Vorstellungen hier unterzubringen – selbst Hobbies und Interessen können erwähnt werden, wenn dem Bewerber diese als besonders wichtig erscheinen.

Wichtig in der Auswahl ist nur, dass die erwähnten Aspekte die Eignung des Bewerbers besonders unterstreichen.

Und so könnte ein Absatz in einem Kurzprofil aussehen:

„Erfahrungen:
Zehn Jahre Erfahrung in der Leitung von Projektgruppen mit bis zu 20 Mitgliedern. Erfahren in der Führung abteilungsübergreifender Teams und der Mediation – immer unter Beachtung wirtschaftlicher Vorgaben.“

„Stärken:
Ich bin sicher, dass sich jeder Bewerber „teamfähig“ nennt. Für mich sind das jedoch nicht nur leere Worte. Ich weiß, was echter Zusammenhalt bewirken kann. Deshalb habe ich an meiner derzeitigen Arbeitsstelle des Öfteren Treffen der Kollegen außerhalb der Arbeitszeit organisiert – mit dem Ergebnis, dass auch die berufliche Zusammenarbeit stark verbessert wurde.“

„Das sind meine Stärken
Termintreue hat für mich oberste Priorität. Sie werden es bei mir nicht erleben, dass ich kurzfristig um Aufschub bitte. Ich bin organisiert und sorge dafür, dass alles zur geforderten Zeit fertig ist – garantiert.“

„Interessen
Ich mag nicht viel Berufserfahrung haben – dass ich wirklich für diese Tätigkeit brenne, sehen Sie aber daran, dass ich schon seit fünf Jahren ehrenamtlich ältere Menschen betreue. Ich helfe Ihnen beim Einkauf, im Haushalt oder habe ein offenes Ohr für ihre Sorgen. Es macht mir großen Spaß, einen Teil meiner Freizeit mit Senioren zu verbringen, und viele von ihnen sind meine Freunde geworden.“

Vorlage / Muster: Bewerbung 2017

Vorlage / Muster: Bewerbung 2017

Die passende Überschrift finden

Auch eine Dritte Seite benötigt eine aussagekräftige Überschrift. Bewerber sollten jedoch davon Abstand nehmen, diese schlicht „Kurzprofil“ oder „Seite Drei“ zu nennen – denn das bietet dem Personaler keinen Mehrwert. Eher geeignet sind Formulierungen wie diese:

  • Das biete ich Ihnen
  • Warum ich die geeignete Kandidatin für Sie bin
  • Das qualifiziert mich für die Stelle als [Stellenbezeichnung]
  • Weshalb ich bei Ihnen arbeiten möchte

Die optische Gestaltung der Dritten Seite

Auch was die optische Gestaltung der Dritten Seite angeht, gibt es kaum Regeln. Wichtig ist, dass das Layout zu dem Bewerber und dem möglichen Arbeitgeber sowie dem Job passt. In manchen Branchen macht daher eine eher zurückhaltende Gestaltung – mit wenigen Farben oder auffälligen Elementen – Sinn. In anderen Fällen kann der Bewerber durchaus etwas kreativer werden.

Da es so wenig Regeln für die Gestaltung des Kurzprofils gibt, sind der Kreativität des Bewerbers hier (fast) keine Grenzen gesetzt – so lange er das Ergebnis noch als passend für beide Seiten empfindet.

Diese Fehler sollten im Kurzprofil vermieden werden

Einer der größten Kritikpunkte von Personalern am Kurzprofil ist der, dass sich Informationen dort mit anderen Bestandteilen der Bewerbung doppeln. Dieses Argument kann ein Stück weit entkräftet werden, indem der Bewerber dafür sorgt, dass dies möglichst nicht der Fall ist. Ganz vermeiden lassen wird es sich zwar nicht, aber der Bewerber sollte Wert darauf legen, einige unverbrauchte Aspekte zu erwähnen oder mehr ins Detail zu gehen.

Auch sollte der Bewerber überzeugt davon sein, dass eine Dritte Seite seine Bewerbung aufwertet. Dies bedeutet, dass er diese nicht hinzufügen sollte, nur weil ihm ein Dritter dazu geraten hat. Er muss selbst glauben, dass er damit genügend Mehrwert liefern kann, um dieses optionale Dokument zu rechtfertigen.

Ebenfalls wäre es nicht anzuraten, eine Dritte Seite zu erstellen, wenn dem Bewerber schon bekannt ist, dass der Adressat der Bewerbung diese kritisch sieht. Die Wahrscheinlichkeit, den Personaler durch die eigene, gelungene Dritte Seite umzustimmen, ist doch sehr gering. Viel wahrscheinlicher ist es, dass eine möglicherweise gelungene Bewerbung damit in den Augen des Personalers abgewertet wird.

Das spricht für und gegen die Dritte Seite

Der Grund, warum viele Personaler nicht viel von dem Kurzprofil in einer Bewerbung halten, ist der, dass sich die enthaltenen Informationen häufig mit anderen Bestandteilen der Bewerbung doppeln. Die aufgezählten Stärken sind so oder in ähnlicher Form sicherlich bereits im Anschreiben enthalten, die beruflichen Erfahrungen finden sich im Lebenslauf. Viele Personaler empfinden die Dritte Seite deshalb als unnötig – und als Bestandteil, der die Bewerbung künstlich aufbläht.

Ein Argument für ein solches Kurzprofil besteht hingegen darin, dass viele Personaler kaum Zeit auf eine einzelne Bewerbung verwenden. Oft sind es nur wenige Minuten – eine Dauer, in der kaum die ganze Bewerbung intensiv studiert wird. Stattdessen werden die aus Sicht des Personalers wichtigsten Dokumente überflogen. Das Kurzprofil bietet die Chance, dem Personaler auf einen Blick die wichtigsten Pluspunkte des Bewerbers ersichtlich zu machen.

Mit dem Kurzprofil ist es wahrscheinlicher, dass der Personaler diese Aspekte überhaupt wahrnimmt. Dafür sorgt auch der übersichtliche und leserfreundliche Aufbau dieses Dokuments. Das Risiko, dass der Personaler wichtige Punkte übersieht, wird somit minimiert – vorausgesetzt, er liest das Kurzprofil.