Bundeswehr Bewerbung: Tipps und Infos für den Einstieg beim Bund

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Bei der Bundeswehr wird nicht nur geschossen. Auch Ärzte, Sanitäter oder Übersetzer können hier einen Job finden. Es kann sich tatsächlich lohnen, bei einem der größten Arbeitgeber in Deutschland zu arbeiten, denn betriebsbedingte Kündigungen sind hier eher selten. Noch dazu sind die Aufgaben vielfältiger, als man gemeinhin denkt. Grund genug, die Bundeswehr für eine Bewerbung in Betracht zu ziehen. Welche Möglichkeiten es gibt, wo Sie Informationen finden und welche Unterlagen Sie für Ihre Bewerbung beim Bund benötigen, erfahren Sie hier.

Mehrere Soldaten der Bundeswehr beim Marsch durch den Schlamm

Bewerbung beim Bund: die Voraussetzungen

Bei der Bundeswehr haben Bewerber zunächst einmal die Wahl zwischen einer militärischen und einer zivilen Laufbahn – zwei recht unterschiedliche Bereiche. Aus diesem Grund sind auch die Voraussetzungen abhängig von der geplanten Karriere.

Trotzdem gibt es bestimmte Grundvoraussetzungen, die Interessenten für eine Bewerbung bei der Bundeswehr mitbringen müssen:

  1. Sie müssen die Vollzeitschulpflicht erfüllt haben.
  2. Sie müssen mindestens 17 Jahre und dürfen höchstens 30 Jahre alt sein.
  3. Sie müssen die deutliche Staatsbürgerschaft besitzen.
  4. Sie dürfen keine Vorstrafen haben.
  5. Sie dürfen nicht überschuldet sein.
  6. Sie müssen bereit sein, sich für die freiheitlich demokratische Grundordnung einzusetzen.
  7. Sie müssen bereit sein, auch an Auslandseinsätzen teilzunehmen.

Bundeswehr Bewerbung: die Optionen für eine Karriere

Bei dem Gedanken an eine Bewerbung bei der Bundeswehr haben viele vermutlich das Bild von lebenslangem Dienst als Soldat, womöglich auch noch im Ausland, im Kopf. Das stimmt so aber nicht. Seit im Jahr 2011 der Wehrdienst ausgesetzt wurde, kann man sich für unterschiedlich lange Zeit bei der Bundeswehr verpflichten:

  1. Im freiwilligen Wehrdienst: Dabei bleiben Sie eine relativ kurze Zeitspanne freiwillig bei der Bundeswehr. Dieses Vorgehen gilt als eine Art „Schnuppertraining“. Denn nach 7 bis 23 Monaten, abhängig von der Ausbildung, können Sie sich entscheiden, ob die Bundeswehr wirklich das Richtige für Sie ist. Sollten Sie diese Frage mit einem Ja beantworten, können Sie sich nach dem freiwilligen Wehrdienst auf eine andere Postion bei der Bundeswehr bewerben und sich längerfristig verpflichten.
  2. Im dauerhaften Wehrdienst: Diese Wahlmöglichkeit gibt es im dauerhaften Wehrdienst nicht mehr. Entscheiden Sie sich hierfür, werden Sie Berufssoldat oder Soldat auf Zeit und verbringen damit einen längeren Zeitraum bei der Bundeswehr. Was Sie vor Ihrer Bewerbung bei der Bundeswehr unbedingt wissen sollten: Die Bezeichnung „Berufssoldat“ täuscht ein wenig. Denn auch im zivilen Bereich, also beispielsweise in der Personalabteilung der Bundeswehr, gelten Sie als Berufssoldat.

Bewerbung auf eine militärische oder zivile Karriere bei der Bundeswehr

Wie bereits angesprochen: Wenn Sie mit einer Bewerbung bei der Bundeswehr liebäugeln, müssen Sie sich nicht unbedingt für den Dienst an der Waffe entscheiden. Neben dem militärischen Bereich, gibt es auch für Zivilisten viele Möglichkeiten, bei der Bundeswehr zu arbeiten.

Bundeswehr: Bewerbung auf eine zivile Karriere

Der zivile Bereich der Bundeswehr bietet eine Vielzahl an interessanten Jobs, die auf ganz unterschiedliche Bewerber zugeschnitten sind. Sollten Sie mit Ihrer Bewerbung Erfolg haben, werden Sie entweder Angestellter im öffentlichen Dienst oder Beamter. Das hängt letztlich davon ab, für welchen Beruf Sie sich entscheiden.

Sollten Sie sich für eine Ausbildung bei der Bundeswehr interessieren, müssen Sie Ihre Bewerbung an den zuständigen Bundeswehrstandort richten. Das weitere Vorgehen hängt dann von dem Standort ab. Erkundigen Sie sich daher für eine Ausbildung bei der Bundeswehr am besten direkt vor Ort.

Bewerber mit einer abgeschlossenen Berufsausbildung durchlaufen einen Bewerbungsprozess, wie Sie ihn auch von anderen Stellenausschreibungen und Arbeitgebern kennen: Nachdem die Bewerbungsunterlagen eingereicht wurden, prüft sie die Personalabteilung und meldet sich bei Ihnen, wenn Sie für den Job infrage kommen.

Danach beginnt ein Auswahlverfahren, das je nach Standort und Job ganz unterschiedlich sein kann. Sollten Sie Fragen haben, können Sie sich direkt vor Ort bei Ihrem Ansprechpartner dazu erkundigen.

Der Ablauf der Bewerbung für eine zivile Karriere beim Bund

Wenn Sie sich für den zivilen Bereich bei der Bundeswehr bewerben möchten, können Sie (hauptsächlich) zwischen drei großen Bereichen wählen:

  1. Bundessprachenamt: Sprachbegabte oder sprachinteressierte Bewerber sollten sich beim Bundessprachenamt bewerben. Denn hier gibt es eine ganze Menge Jobs rund um die Themen übersetzen, dolmetschen und sogar Sprachunterricht.
  1. Zentrum für Geoinformation der Bundeswehr: Wer sich für Wetterbeobachtungen, Kartographie oder Fernerkundung interessiert, könnte beim Zentrum für Geoinformation der Bundeswehr gut aufgehoben sein. Hier gibt es Berufe und Ausbildungen für eine ganze Reihe wissenschaftlich interessierter Bewerber. Grundsätzlich geht es darum, den Soldaten vor Ort die Informationen über das Gebiet zukommen zu lassen, die sie in der aktuellen Situation benötigen.
  2. Bundesamt für das Personalmanagement der Bundeswehr: Das Personalmanagement der Bundeswehr wird in diesem Bundesamt verantwortet. Bewerber, die sich für Fragen rund um Personalgewinnung, -entwicklung und -ausgliederung interessieren, müssen sich in der Lüttich-Kaserne in Köln bewerben.

Auch bei der Bundeswehr setzen sich digitale Angebote und Optionen immer mehr durch. So können Sie auch das E-Recruiting-Angebot nutzen oder – ganz klassisch – Ihre Unterlagen per Post einreichen.

Bewerbungsunterlagen für den zivilen Bereich

Stellt sich die Frage, welche Unterlagen Bewerber für eine Bewerbung bei der Bundeswehr einreichen sollten. Grundsätzlich gilt, dass Sie dazu zunächst in der Stellenausschreibung nachsehen sollten, was für den konkreten Job verlangt wird.

Davon abgesehen unterscheidet sich eine Bundeswehrbewerbung meist aber gar nicht so stark von einer Bewerbung bei anderen Arbeitgebern.

Folgende Unterlagen sollten Sie auf jeden Fall parat haben:

  • Bewerbungsschreiben
  • Lebenslauf in tabellarischer Form
  • Zeugnisse
  • Bescheinigungen oder Praktika oder Fortbildungen
  • Spezifische Unterlagen für die jeweilige Position
  • Nachweis über finanzielle Verpflichtungen (zum Beispiel Kredite oder Unterhaltsverpflichtungen)

Bundeswehr: Bewerbung für den militärischen Bereich

Wer eine militärische Karriere einschlagen möchte, benötigt mindestens den Realschulabschluss oder eine abgeschlossene Berufsausbildung.

Die Entscheidung, ob Sie eine Karriere als Feldwebel, Unteroffizier oder Offizier machen können, hängt von Ihren individuellen Voraussetzungen wie Schulabschluss und zusätzlichen Qualifikationen, wie zum Beispiel Führungsqualität, ab.

Ohne Dienst an der Waffe wird es mit der militärischen Karriere beim Bund nichts – darüber sollten sich Bewerber im Klaren sein. Natürlich wird nicht jedem Bewerber sofort eine Waffe ausgehändigt. Angehende Soldaten, die sich für den Dienst an der Waffe interessieren, müssen ein umfangreiches Bewerbungsgespräch mit einem Karriereberater führen.

Erst wenn dieser davon überzeugt ist, dass Sie die Voraussetzungen für den Dienst an der Waffe mitbringen, geht es in die nächste Runde. Vorab wird dazu eine Bewerbungsmappe erstellt, die die folgenden Dokumente beinhalten sollte:

  • Bewerbungsbogen inklusive Zusatzfragebögen
  • Lebenslauf in tabellarischer Form
  • lückenloser Nachweis über alle Tätigkeiten seit Schulentlassung
  • Geburtsurkunde oder Auszug aus dem Stammbuch
  • Schulzeugnisse oder Zeugnis über universitären Abschluss
  • Beleg über finanzielle Verpflichtungen (zum Beispiel Kredite oder zu zahlender Unterhalt)
  • Einverständniserklärung zur Datenspeicherung

Sollte die Bundeswehr Gefallen an Ihrer Bewerbung finden, folgt der nächste Schritt. Meist handelt es sich dabei um ein Assessment Center, in dem Sie zusammen mit anderen Bewerbern auf die Probe gestellt werden.

Danach folgt die medizinische Begutachtung. Beim sogenannten CAT-Test werden Bewerber bei der Bundeswehr gründlich durchgecheckt. Immer vor dem Hintergrund, dass bei einer Bewerbung für eine militärische Laufbahn der Dienst an der Waffe Grundvoraussetzung ist. Da möchte man kein Risiko eingehen und untersucht Bewerber für diesen Bereich innerhalb der Bundeswehr besonders gründlich.

Fragen zur Bewerbung bei der Bundeswehr: Hier gibt es Hilfe

Die Bundeswehr selbst ist ein guter Ansprechpartner, wenn Sie weitere Fragen rund um Ihre Bewerbung und den Bewerbungsprozess haben. Dabei haben Sie die Wahl zwischen drei verschiedenen Beratungsstellen:

  1. Der Beratungsstellenfinder: Wenn Sie sich vor Ort beraten lassen möchten, können Sie über den Beratungsstellenfinder ein Büro in Ihrer Nähe suchen und Ihre Fragen in einem persönlichen Gespräch klären.
  1. Das Karriereberatungsbüro: Auch im Karriereberatungsbüro können Sie persönliche Beratungstermine vereinbaren. Schneller ist häufig jedoch ein Anruf unter 0800-9800880 und die telefonische Beratung.
  2. Der Chat: Wer lieber chattet, statt zu telefonieren, kann auch den Karrierechat der Bundeswehr nutzen. Wochentags von 9 bis 17 Uhr können Sie hier online Ihre Fragen klaren.

Bildnachweis: Getmilitaryphotos / Shutterstock.com