Bewerbung: Aufbau von Anschreiben, Lebenslauf & Co

Eine Bewerbung muss verfasst werden – aber wie ist sie richtig aufgebaut? Wir erklären, was beim Aufbau von Anschreiben, Lebenslauf & Co zu beachten ist.

Die letzte Bewerbung liegt schon lange zurück oder es handelt sich um die erste überhaupt – Gründe, sich über den Aufbau einer Bewerbung zu informieren, gibt es viele. Wer eine Bewerbung schreiben möchte oder muss, fragt sich vielleicht, was genau diese beinhalten sollte und wie die einzelnen Dokumente eingegliedert werden sollen. Berufsanfänger stellen sich diese Frage zum ersten Mal, bei älteren Arbeitnehmern hat sich seit der letzten Bewerbung häufig einiges verändert. Wie eine Bewerbung inklusive ihrer Bestandteile richtig aufgebaut ist, wird im Folgenden erklärt.

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Der grundlegende Aufbau einer Bewerbung

Wer schon einmal eine Bewerbung geschrieben hat, weiß meist, welche grundlegenden Bestandteile diese haben sollte. Häufig verändern sich die ungeschriebenen Regeln für das Verfassen einer Bewerbung jedoch in vergleichsweise kurzen Zeitspannen – und was einmal galt, ist auf einmal überholt. Grund genug, sich vor dem Verfassen einer Bewerbung auf den neusten Stand in Sachen Bewerbung zu bringen.

Die Bewerbung besteht aus einer Reihe von Dokumenten. Manche davon sind zwingende Bestandteile, andere sind optional. Unbedingt in eine Bewerbung gehören Anschreiben und Lebenslauf. Diese sind für Personaler von größtem Interesse. Hinzu kommt ein optionales Deckblatt, welches jedoch eher unüblich ist und von vielen Personalern kritisch gesehen wird. Weitere Anlagen der Bewerbung sind in erster Linie dazu gedacht, die im Lebenslauf ersichtlichen Daten im Detail zu erklären oder zu belegen – oder ganz grundsätzlich die Eignung des Kandidaten weiter zu untermauern.

Die richtige Reihenfolge der Dokumente ist grundlegend

  • Bewerbungsanschreiben
  • Deckblatt (optional)
  • Lebenslauf
  • Anlagen

Der Aufbau des Bewerbungsanschreibens

Das erste, was ein Personaler bei der Sichtung einer Bewerbung zu sehen bekommt, ist das Bewerbungsanschreiben. In diesem individuell verfassten Dokument legt der Kandidat zum einen dar, warum er sich für den geeigneten Bewerber für die offene Stelle hält. Auch begründet er seinen Wunsch, für einen bestimmten Arbeitgeber tätig zu werden. Dieses Dokument, das eine DIN-A4-Seite im Umfang nicht überschreiten sollte, ist zugleich neben dem Lebenslauf das wichtigste Dokument einer Bewerbung. Für viele Bewerber ist das Erstellen eines gelungenen Bewerbungsschreibens jedoch schwierig – schließlich hat es großen Einfluss auf die Chancen des Bewerbers auf die ausgeschriebene Stelle.

Das Anschreiben einer Bewerbung ist grundsätzlich wie folgt aufgebaut:

  • Kontaktdaten des Absenders
  • Kontaktdaten des Empfängers
  • Ort und Datum
  • Betreffzeile
  • Anrede des Ansprechpartners
  • Einleitung
  • Hauptteil
  • Schluss
  • Verweis auf Anlagen

Das Anschreiben beginnt mit den Kontaktdaten des Bewerbers. Dazu zählen dessen Name, seine Adresse, Telefonnummer(n) sowie eine E-Mail-Adresse. Diese Daten können rechts- oder linksbündig angeordnet werden. Nach einem Absatz folgen die Kontaktdaten des Ansprechpartners, an den das Bewerbungsanschreiben gerichtet ist. Hier reichen Name, Funktionsbezeichnung und Adresse des Unternehmens. Diese Informationen sind linksbündig angeordnet.

Einen Absatz weiter unten werden Ort und Datum genannt. Dies ist rechtsbündig angeordnet, etwa so: „Ludwigshafen, 15. Oktober 2017“.

Es folgt die Betreffzeile, die gefettet sein sollte. Hier bezieht sich der Bewerber auf den Zweck des Anschreibens, also die Bewerbung um eine Stelle. Hier sollte die konkrete Stelle genannt werden, also beispielsweise „Bewerbung als Junior Marketing Coordinator“.

Anschließend beginnt der eigentliche Text mit der Anrede und Grußformel. Hier ist es essentiell, die Bewerbung nicht an „sehr geehrte Damen und Herren“, sondern den zuständigen Ansprechpartner zu richten.

Die Einleitung ist eine der wichtigsten Passagen des Anschreibens. Sie erfüllt den Zweck, den Ansprechpartner in den Text hineinzuziehen und neugierig auf den Bewerber zu machen. Es ist längst nicht mehr üblich, den Text mit einem „Hiermit bewerbe ich mich um die Stelle als [Position]“ zu beginnen. Ebenso sollte darauf verzichtet werden, zu konstatieren, wo der Bewerber von der Stellenausschreibung erfahren hat. Dass es sich um eine Bewerbung handelt, weiß der Personaler bereits.

Die Einleitung umfasst einige wenige Sätze, meist etwa drei. Der Bewerber sollte ohne Umschweife direkt auf den Punkt kommen und einen spannenden, individuellen Einstieg wählen – etwa, indem er Eigenschaften aufzählt, die ihn ausmachen und die das Unternehmen im idealen Kandidaten für die Stelle sucht.

Im Hauptteil, der die umfangreichste Passage des Textes ist, geht es für den Bewerber darum, seine Kompetenzen und Fähigkeiten ins rechte Licht zu rücken und dem Personaler darzulegen, warum er die offene Stelle so gut ausfüllen könnte. Eine simple Wiederholung der Fakten des Lebenslaufs ist jedoch nicht zielführend. Stattdessen sollten ausgewählte Daten des Lebenslaufs etwas greifbarer gemacht werden. Auch Stärken des Bewerbers gehören in den Mittelteil des Anschreibens. Diese sollten unbedingt anhand von konkreten Beispielen plausibel gemacht werden. Ein Punkt, den viele Bewerber vernachlässigen, ist zudem der Bezug auf das Unternehmen. Der Bewerber kann und sollte darlegen, warum er bei diesem Arbeitgeber anfangen möchte – und was er genau dieser Firma bieten kann.

Ähnlich wichtig wie der Einstieg ist der Schlussteil, der den dritten und letzten Absatz des Anschreibens markiert. Hier sollte der Bewerber seine Motivation auf den Punkt bringen. Zugleich ist hier Platz für möglicherweise zu nennende Gehaltsvorstellungen oder den möglichen Eintrittstermin. In jedem Fall sollte auf ein mögliches Vorstellungsgespräch verwiesen werden.

Das Anschreiben endet mit der Grußformel und Unterschrift des Bewerbers. Einen Absatz weiter unten ist Platz, auf Anlagen zu verweisen. Wer sich dafür entscheidet, ein Anlagenverzeichnis zu erstellen, kann dieses ebenfalls an dieser Stelle unterbringen.

Der Aufbau des Lebenslaufs

Nach dem Anschreiben folgt in der Regel der Lebenslauf. Falls ein Deckblatt angefügt werden soll, wird dieses noch vor dem Lebenslauf eingereiht. Wie das Deckblatt aufgebaut sein sollte, wird weiter unten erklärt.

Der Lebenslauf einer Bewerbung ist meist tabellarisch aufgebaut. Im Gegensatz dazu steht der Fließtext, der jedoch nur ausgewählt werden sollte, falls dies explizit erwünscht ist. Diese Variante ist wenig übersichtlich, zudem nimmt sie mehr Platz in Anspruch.

Der Lebenslauf ist mit „Lebenslauf“ betitelt. Meist folgt darauf in ebenso prominenten Lettern der Name des Bewerbers.

Im oberen Teil des Lebenslaufs sind die Kontaktdaten des Bewerbers noch einmal aufgeführt. Dies umfasst seinen Namen, die Adresse und telefonische sowie digitale Kontaktdaten. Je nach angestrebter Position kann es auch sinnvoll sein, Social-Media-Accounts oder die URL der eigenen Homepage zu nennen. Im Normalfall kann darauf jedoch verzichtet werden. Auch die angestrebte Position wird meist noch einmal genannt. Es kann layouterisch sinnvoll sein, die Kontaktdaten linksbündig anzuordnen, damit auf der rechten Seite Platz für das Lebenslauf-Foto bleibt.

Die wichtigsten Informationen und Qualifikationen werden im Lebenslauf im folgenden Abschnitt zuerst genannt. Dies bedeutet, dass die berufliche Erfahrung – sofern vorhanden – im nächsten Absatz folgt. Die am jüngsten zurückliegenden Erfahrungen werden dann zuerst genannt, der Lebenslauf ist also in der Regel anti-chronologisch aufgebaut. Auf der linken Seite ist der Zeitraum vermerkt, auf der rechten folgt die Tätigkeitsbezeichnung samt kurzer, stichpunktartiger Beschreibung der Tätigkeit.

Falls relevant und vorhanden, folgen nach den beruflichen Erfahrungen praktische Erfahrungen. Diese Passage ist analog zu den beruflichen Erfahrungen aufgebaut. Als Nächstes wird die akademische oder schulische Ausbildung im selben Format dargelegt.

Des Weiteren sollten darüber hinausgehende Kenntnisse, etwa EDV-Kenntnisse, vermerkt werden. Auch Sprachkenntnisse sind in der Regel Bestandteil des Lebenslaufs. Je nach gewünschter Stelle können auch andere Qualifikationen, etwa spezielle Kenntnisse von relevanten Computerprogrammen, genannt werden.

Zum Schluss folgt ein Abschnitt, in dem Hobbies genannt werden. Hier sollte der Kandidat einige wenige auswählen – und bedenken, dass diese zum Pluspunkt für die Bewerbung werden können, wenn sie im Zusammenhang mit der ausgeschriebenen Stelle stehen.

Schließlich folgen Ort, Datum und Unterschrift des Bewerbers. Der Lebenslauf sollte kurz gehalten werden und zwei Seiten nicht überschreiten. Wer bereits über langjährige Berufserfahrung verfügt, muss abwägen, auf welche Informationen möglicherweise verzichtet werden kann, um das Dokument nicht zu überfrachten.

Die richtige Anordnung von Anlagen

Nach Anschreiben, dem optionalen Deckblatt und dem Lebenslauf folgen die Anlagen. Hier wird belegt, was im Lebenslauf angeführt worden ist. An erster Stelle stehen hier relevante, möglichst aktuelle Arbeitszeugnisse. Es sollten nicht mehr als drei aktuelle Zeugnisse beigefügt werden. Umgekehrt sollte auf kein aktuelles Zeugnis verzichtet werden, da dies beim Personaler in der Regel einen negativen Eindruck hinterlässt.

Auch Referenzen und Empfehlungsschreiben finden an dieser Stelle Platz. Dies ist der Fall, wenn ein Arbeitsverhältnis freiberuflich war oder bei Studenten. Wer noch kaum Berufserfahrung hat, kann auch Praktikumszeugnisse anfügen.

Ebenfalls in die Anlagen gehört, falls vorhanden, das Motivationsschreiben. Dieses folgt noch vor den Zeugnissen auf den Lebenslauf. Es sollte jedoch nur verfasst werden, wenn dies ausdrücklich erwünscht ist oder der Bewerber befürchtet, „auf dem Papier“ nicht qualifiziert genug für die Stelle zu sein – in diesem Fall kann er versuchen, mit seiner persönlichen Motivation doch noch zu überzeugen.

Abschließend können, falls vorhanden, weitere Anlagen eingefügt werden – etwa Arbeitsproben oder Nachweise über Fortbildungen oder Sprachkenntnisse.

Optionaler Bestandteil: Aufbau des Deckblatts

Das Deckblatt ist bei Personalern umstritten. Falls es der Bewerbung beigefügt wird, dann an zweiter Stelle – nach dem Anschreiben, aber vor dem Lebenslauf. Hier ist prominent ein Foto des Bewerbers angeordnet. Die Gestaltung obliegt weitgehend den Vorstellungen des Bewerbers. Zudem sind auf dem Deckblatt wiederum die Kontaktdaten des Bewerbers vermerkt sowie die Stelle, auf die er sich bewirbt. Auch zentrale Pluspunkte, die in den Augen des Kandidaten für ihn sprechen, können hier angeführt werden.

Vorlage / Muster: Bewerbungsmuster

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